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Gelbe, helle Maispflanzen

 
 
Mais ist eine tropische Pflanze. In ihrem Ursprungsgebiet liegen die Bodentemperaturen im April bei 25°C. Bereits ab kühlen Temperaturen von 12°C leidet das Energiesystem der Maispflanze. Liegt die durchschnittliche Tagestemperatur für mehrere Tage unter 10°C, so kommt es beim Mais zu Schädigungen am Chlorophyll, das Gewebe wird heller. Fehlen im Extremfall fast alle schützenden Pigmente, so wird das Blattgewebe vom Sonnenlicht verbrannt und es stirbt ab. Temperaturen zwischen 0 - 5 °C können zu leichten, permanenten Blattschäden führen. In der Regel erholen sich aufgrund von Kälte aufgehellte Maispflanzen rasch wieder, wenn die Temperaturen wärmer werden.
 
 
 
Abb. 1: Junger Mais bei kalten Temperaturen
 
Abb. 2: Gelbverfärbung bei kalten Temperaturen
 
Abb. 3: Junger,
gesunder Mais
        
Die Folgen 

Ob Kälteschäden zu Ertragsverlusten führen, hängt vor allem von den nachfolgenden Wetterbedingungen ab. Wird das Wetter wärmer und sonniger, so verwächst sich die Gelbfärbung in der Regel rasch wieder und es kommt zu keinen Ertragsverlusten. Ist es weiterhin kalt, so ist die Entwicklung des Wurzelsystems verzögert. Die Pflanze ist länger von den Nährstoffen im Korn und den Keimlingswurzeln abhängig. Der Übergang zwischen der Keimlings- und der Kronenwurzelentwicklung ist immer kritisch für die spätere Nährstoffversorgung und Ertragsentwicklung. Zudem ist die Gefahr von Keimlingskrankheiten durch Bodenpilze (Fusarien, Phytium sp. etc.) bei länger anhaltendem, kaltem Wetter länger vorhanden. Auch das Zellwachstum der Sprossspitze (Vegetationskegel) und die Ausbildung des Photosyntheseapparates kann bei kühler Witterung direkt negativ beeinflusst sein. Dabei gibt es genotypische Unterschiede. Bleibt es länger kalt, können sich an den Blattspitzen Tüten bilden und die Blätter zunächst in Schlingenform weiterwachsen.

Der Vegetationskegel tritt erst ungefähr mit dem 5-Blattstadium aus dem Boden heraus. Im Boden ist der Vegetationskegel kurzfristig vor Frost geschützt und der Mais kann nach dem Absterben der Blätter von dort aus wieder nachwachsen.
 
 


Abb. 4: Vegetationskegel einer Maispflanze im 3-Blattstadium 
 
Die heutigen Maissorten kommen im Allgemeinen mit viel niedrigeren Durchschnittstemperaturen zurecht als alte Sorten vor 30 Jahren. Eine Frostresistenz gibt es nicht, jedoch hat sich die Kältetoleranz stark erhöht. Dabei ist eine frühe Reife der Sorten keine Garantie für eine gute Kältetoleranz. Gerade späte Sorten sollten früh gesät werden und werden daher auch auf eine gute Kältetoleranz hin selektiert.
 
 
Wichtig 

Gerade bei länger anhaltenden kühlen Temperaturen ist die Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen wichtig. Eine Unterfußdüngung bringt den Dünger nah an die Pflanze heran. Das so verfügbare Phosphat unterstützt das Wachstum der jungen Pflanze. Vorsicht ist beim Pflanzenschutz geboten: die Verträglichkeit der Herbizide kann unter Kältestress herabgesetzt sein.

An Kälte leidet Mais besonders in Senken, auf Niedermoorstandorten oder auf stark sandigen Böden, wenn es dort an warmen Tagen und kalten Nächten zu großen Temperaturunterschieden kommt. Felder, auf denen jedes Jahr noch spät im Frühjahr oder Frühsommer Kälte- oder Frostschäden auftreten, sind auch für recht kältetolerante Sorten nicht optimal für den Maisanbau.

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