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Die frühe Maisaussaat

  
Bei Keimung und Auflauf ist Mais fast immer unter Kältestress.
  
Mais ist eine tropische Pflanze. In seinem Ursprungsgebiet liegen die Bodentemperaturen im April bei 25°C. Optimal für die Keimung von Mais sind Temperaturen zwischen  26 und 32 °C.
  
Bei Bodentemperaturen bis zu 10°C kann es zu Schäden kommen.
 
Abb. 1: Wachstumsrate von Maiswurzeln
bei unterschiedlichen Bodentemperaturen
    
Typische Kälteschäden 
Bei sehr kalten Temperaturen verlangsamt sich das Wachstum der Koleoptile. Sie wird gestaucht. Der Vegetationskegel kann nur innerhalb einer intakten Koleoptile durch den Boden wachsen.
  
 

Bei Temperaturschwankungen kann der Keimling verdreht wachsen. Dieses Phänomen tritt häufig dann auf, wenn die Tage sehr warm und die Nächte sehr kalt sind.
  


Abb. 2: Gestauchte Koleoptile 
 
Abb. 3: Korkenzieherförmiger Keimling 
    
Was verursacht diese Schäden genau? 
Für die Keimung benötigt ein Maiskorn 30 % seines Gewichtes an Wasser. Bei der Quellung des Korns tritt das Wasser durch die Zellmembran in das Zellinnere ein. Bei Kälte können die Zellmembranen sehr brüchig werden. Sie können dann bei der Aufnahme von kaltem Wasser reißen. Diese Gefahr ist bei Temperaturen bis zu 10°C gegeben.
  
 
Wann tritt der Kälteschaden auf? 

Allgemein kommt es häufiger auf nass-kalten Böden zu Schäden als auf trockenen Böden. Die Schwere des Kälteschadens hängt hauptsächlich von dem jeweiligen Wachstumsstadium des Mais, zu dem die Kälte auftritt, ab. Kälte zu Beginn der Keimung kann zu schweren Schäden führen. Im Extremfall wächst die Koleoptile gar nicht und es kommt zu lückigen Beständen. Sind die Keimlingswurzel und die Koleoptile bereits im Wachstum, so kann ein Auftreten von Kälte zu mittel-schweren bis mittleren Kälteschäden führen. Die Bestände können dann sehr ungleichmäßig sein. Ist die Pflanze im 2-Blatt-Stadium, so führen kalte Temperaturen (kein Frost) in der Regel nur noch zu geringen Schäden, die sich später wieder verwachsen können.
Auch die Temperaturen selbst spielen eine Rolle. Während bei 10°C kaum Schäden auftreten, sondern lediglich das Wachstum langsamer ist, kann es bei niedrigeren Temperaturen zu wesentlich verzögertem Auflaufen kommen.
  
Reißt die Zellmembran bei kalten Temperaturen und tritt Zellinhalt in den Boden aus, so werden bodenbürtige Pilze zum Wachstum und Eintritt in den Organismus angeregt. Wachsen die Wurzeln bei kaltem Wetter nach der Aussaat langsamer, so können sie leichter mit Pilzen infiziert werden als bei wärmerem Wetter und einem zügigeren Auflaufen der Pflanzen. Die Pilze können das Wachstum der Pflanzen einschränken und zu Nekrosen an der Wurzel führen. Sie können auch bis in den unteren Stängel wandern und dort später Stängelfäule verursachen.

    

Pflanzenbauliche Maßnahmen 

 Die ersten Stunden und Tage nach der Aussaat sind die wichtigsten.

  • Zum Keimen ohne Verzögerung oder Schäden benötigt der Mais mindestens 10°C Bodentemperatur.
  • Vor einer Kälteperiode sollte keine Aussaat stattfinden. Das Korn muss mindestens 2 Tage lang bei warmen Temperaturen keimen können.
  • Bei sehr hohen Tagestemperaturen und kalten Nachttemperaturen unter 10°C sollte eine Aussaat gut abgewogen werden. Die Gefahr von Schäden ist groß.
  • Das Saatbett sollte so optimal und homogen wie nur möglich sein. Kleine Unterschiede können bei Kälte zu noch größeren Unregelmäßigkeiten führen.
  • Die Aussaat in nassen und kalten Boden sollte vermieden werden, bzw. spät genug mit der passenden Sorte erfolgen. Eventuell kann die Saatstärke erhöht werden.
  • Pflanzenrückstände können eine schnelle Erwärmung des Bodens im Frühjahr verhindern. Eine Einarbeitung lohnt sich vor allem auf nassen und kalten Böden.
Fazit 
Das Risiko von Kälteschäden ist bei sehr früher Aussaat höher als bei später Aussaat mit wärmeren Temperaturen. Wenn die Wetterlage stabil gut ist, die Temperaturen nachts nicht zu niedrig sind, bzw. die Temperaturamplitude nicht zu hoch ist, spricht nichts gegen eine frühe Aussaat.
   

 

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