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Schäden am Mais durch Fliegen

Während der Keimung und des Auflaufens kann der Mais von vielen verschiedenen Fliegenlarven befallen werden. Am bekanntesten und am häufigsten auftretend ist die Fritfliege (Oscinella frit). Die Schäden an den Pflanzen können von leicht bis schwer reichen, wobei die schweren Schäden und nachfolgende Ertragsverluste eher selten sind. Beschädigte Pflanzen sind häufig zufällig über das gesamte Feld verteilt und kaum nesterförmig anzutreffen.
  

Die Fritfliege 
Die Fritfliege überwintert als Puppe im Boden und schlüpft im Frühjahr. Sie legt zwischen dem Auftreten des 1. und des 3. Laubblattes 1–2 Eier in die Blatttüte der Maispflanze. Ab dem 4. Laubblatt, wenn die Nährstoffe aus dem Korn aufgebraucht sind, fliegt sie den Mais nicht mehr an. Die geschlüpften Larven fressen sich durch die Blatttüte.
 
Bei einem sehr leichten Fraßschaden sind später nur Löcher oder Lochreihen im Blatt zu erkennen. Vor oder hinter dem Lochfraß kann auch vergilbtes Gewebe längs zu den Blattadern zu sehen sein. Das Blatt kann dann bei Wind reißen. Solche Schäden führen in der Regel nicht zu Ertragsverlusten.
 
Die Larven können sich aber bis zum Vegetationskegel durchfressen und diesen im schlimmsten Fall zerstören. Der Totalausfall von einigen jungen Pflanzen wird von den umliegenden Pflanzen kompensiert. Schlimmer ist es, wenn sich schwache Pflanzen entwickeln oder nur Bestockungstriebe wachsen, die Pflanzen also nicht zum Ertrag pro Hektar beitragen und dennoch Nährstoffe und Wasser verbrauchen. Ein typisches Befallsbild sind auch verwickelte Blätter, welche sich nicht lösen. Es kann zur Peitschenbildung oder zu Blattknäulen kommen. Bei einem schwerem Schaden bilden sich viele Seitentriebe.
 
 
 
Abb. 1: Starke Seitentriebbildung und
Verknäulung nach Fritfliegenschaden
 
Abb. 2: Eingetütete Blätter mit Loch nach Fritfliegenfraß, die Pflanze wird weiter wachsen
        

Der Schaden an den Pflanzen ist häufig höher, wenn das Auflaufen sehr zügig erfolgt und das Wachstum dann ab dem 2-Blattstadium aufgrund von einem Kälteeinbruch stagniert. Je wärmer es ist, desto eher kommt es zu einem Befall mit der Fritfliege. Spätsaaten sind daher stärker gefährdet als Frühsaaten. Maisbeulenbrand kann nachfolgend das verletzte junge Gewebe infizieren. Die Fritfliege erzeugt bis zu 3 Generationen im Jahr. Nur die erste Generation befällt den Mais. Weitere Wirtspflanzen sind zahlreiche Gräserarten.
 
     

Die Saaten- oder Wurzelfliege

Die Saatenfliege (Delia platura) schlüpft im April / Mai aus einer überwinterten Puppe im Boden. Die Fliegen der ersten Generation legen ihre Eier auf den Boden oder auf Pflanzenrückstände. Nach ein paar Tagen schlüpfen die Larven und dringen in den Boden auf der Suche nach Nahrung ein. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pflanzenrückständen, werden jedoch auch von keimenden Samen angezogen und bohren sich in die Körner. Feuchte Witterung und ein Kälteeinbruch, also ungünstige Keimbedingungen, fördern den Befall an Maiskörnern. Die bodenbürtigen Larven fressen am Keimling, am Endosperm und an den Wurzeln.
 
Sichtbar wird der Schaden meist an zufällig verteilten, fehlenden Pflanzen im Bestand. Nach einigen Tagen verpuppen sich die Larven im Boden und sind nicht mehr an den Pflanzen selbst zu finden. Die Fliegen selber sehen so ähnlich wie Stubenfliegen aus, sind aber nur halb so groß. Frisch gepflügte Felder, mit Stallmist gedüngte Felder, Felder nach Grünland- oder Zwischenfruchtumbruch werden von der Fliege bevorzugt für die Eiablage ausgesucht. Die Saatenfliege ist am Mais kein primärer Pflanzenschädling.
 
 

Die Larven 

Die Larven von der Fritfliege und von der Saatenfliege sind sich äußerst ähnlich. Sie sind gelblich weiß, walzenförmig und nach vorne schmaler werdend. Sie besitzen keine Beine und keine Kopfkapsel. Sie fressen mit Hilfe von zwei schwarzen Mundhaken, deren Verlängerung im Kopfende durchscheint.
   
Am platten Hinterende sind mehrere Fortsätze und Öffnungen zu finden, mit deren Hilfe die Larven unterschieden werden können. Fritfliegenlarven werden bis zu 4 mm, während Saatenfliegenlarven bis zu 6,5 mm lang werden sollen.
 


Abb. 3: Larve der Saatenfliege mit Fortsätzen und Öffnungen am Hinterende 
 

Abb. 4: Am Korn fressende Larven
 
 

Abb. 5: Puppe der Saatenfliege 
 
 

     

Bekämpfung 

Ein Befall mit Fritfliegen oder Saatenfliegenlarven ist sehr schwer vorhersehbar. Je nach Witterungsverlauf kann ein Befall unterschiedlich schwere Schäden verursachen. Das Prinzip der Schadschwelle kann nicht angewandt werden. Ein gut wirksamer Schutz ist die Mesurol®-Beizung. Sie ist für die Bekämpfung der Fritflieg zugelassen, wirkt aber auch in gewissen Maßen gut gegen andere Fliegen (Delia spp.). Die Beizung wirkt systemisch, wird also in alle Organe befördert, die mit dem Transpirationsstrom versorgt werden.
 
Gerade bei Betrieben, die viel Stallmist düngen oder Winterzwischenfrüchte anbauen und vor der Aussaat unterpflügen, ist die Beizung zu empfehlen. Bei extremem Befall ist es jedoch möglich, dass nicht alle Larven sterben. Eventuell gehen sie auch etwas später ein und können den Mais noch in gewissem Umfang schädigen. Pawel K. Beres fand in Untersuchungen 2006-2010 mit Methiocarb, dem Wirkstoff von Mesurol®, einen Wirkungsgrad von 65,1 – 96,2 % gegenüber den Larven der Fritfliege. Dabei fand er auch durch den Einsatz einer Beizung mit Methiocarb Ertragszuwächse von 1,5 – 10,4 %.
 
Eine Beizung ist die sicherste und unter den Pflanzenschutzmitteln umweltfreundlichste Vorsorge gegen einen möglichen Schaden. Ein Insektizid auf die kleinen Maispflanzen  gespritzt, würde die Larven unten in der Stängelbasis nicht treffen und auch nicht vom Blatt ins Saatkorn oder die Wurzeln transportiert werden. Eine Beizung mit Sonido® hilft ebenfalls gegen Larven, die am Keimling fressen. Zur Zeit ist es in Österreich nicht erlaubt, Sonido® auf das Korn aufzubringen.

 

Weitere Maßnahmen 
Fritfliegenschäden sind ziemlich deutlich zu erkennen. Wenn unklar ist, was zu Fehlstellen im gerade auflaufenden Bestand geführt hat, müssen die nicht aufgelaufenen Körner oder schwachen Pflanzen ausgegraben und mit den normal entwickelten verglichen werden. Es sollte abgewartet werden, in wieweit sich z.B. ein Fraßschaden an den Blätter überwächst.
 
Ein Umbruch und eine Neuansaat muss sehr gut abgewogen werden. Sie würden weitere Kosten bringen. Je später im Jahr gesät wird, desto geringer sind in der Regel die Maiserträge. Das Wetter spielt ebenfalls eine unvorhersagbare Rolle. Mangelt es nach einer späten Neuansaat auf sehr leichten Böden an Wasser, ist das ebenso schlecht. Beträgt der Pflanzenverlust durch Schädlinge mindestens 50 %, so wird der Ertragsverlust recht hoch sein und ein Umbruch kann sich lohnen. Stehen noch 6,5 - 7 Pflanzen pro Quadratmeter, so bringt eine Neuansaat nichts. Wurde vorher schon Mesurol®-gebeiztes Saatgut verwendet, könnte das gleiche Problem erneut auftreten. Später im Jahr werden die Larven der Saatenfliege zwar selber häufig von pilzlichen Parasiten befallen und dezimiert, jedoch erhöht eine spätere Aussaat die Gefahr eines Fritfliegenbefalls.
 
 

Präventive Maßnahmen sind aufgrund des unverhersehbaren Auftretens von Schäden durch Fliegen schwierig. Es bieten sich an:

  • Frühe Aussaat
  • Vorjahresbefall beachten
  • Fruchtfolge mit Nicht-Wirtspflanzen der Fritfliege wie Zuckerrüben, Raps, Sonnenblumen
  • Gute Einarbeitung von Ernteresten oder Pflanzenrückständen
  • Gute Ungrasregulierung
  • Stallmist zur Vorfrucht geben und nicht kurz vor der Maisaussaat ausbringen
  • Abfrierende Winterzwischenfrüchte wählen
  • Mesurol®-Beizung nach Grünlandumbruch, bei Direktsaat in Feldern mit viel Pflanzenresten auf der Bodenoberfläche oder auf Feldern mit einem hohen Anteil an organischer Substanz

 

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